Worauf Väter bei einer Trennung achten sollten

Worauf Väter bei einer Trennung achten sollten

Worauf Väter bei einer Trennung achten sollten

Eine Trennung ist niemals ein schönes Ereignis, besonders nicht, wenn Kinder aus der Partnerschaft hervorgehen. Für diese ist es ein einschneidendes, teilweise sogar ein traumatisches Ereignis.
Um das Wohl Eures Sprosses zu schützen, sollten Du und Deine Ex-Partnerin unbedingt viel Einfühlungsvermögen zeigen, dem kleinen Schatz die Situation erklären und Euch auf möglichst friedvollem Weg trennen. Doch welche Rechte und Pflichten hast Du als Vater im Falle der Trennung überhaupt? Wir klären auf!

Selbstverständlich gibt es Beziehungen, die wie im Bilderbuch verlaufen: Das Paar lernt sich kennen, heiratet, bekommt Kinder und lebt glücklich und zufrieden bis, dass der Tod die Liebenden scheidet. Solche Beziehungen werden aber immer mehr zur Seltenheit, denn jede dritte Ehe in Deutschland wird heutzutage geschieden. Im Jahr 2017 waren laut Statistischem Bundesamt über 123000 Kinder von einer Scheidung der Eltern betroffen, hinzu werden Zehntausende Kinder gezählt, deren Eltern nicht verheiratet waren, sich aber trennten.

Ein Kind ist also kein Garant, dass eine Beziehung ein Leben lang hält. Damit Euer geliebter Schatz kein Trauma von Eurer Trennung davonträgt, ist es wichtig, dass Ihr Euch Eurer großen Verantwortung dem kleinen Wesen gegenüber bewusst werdet und in Erziehungs- und Aufenthaltsfragen an einen gemeinsamen Strang zieht. Hierfür ist es natürlich essenziell, dass jeder seine Rechte und Pflichten kennt.

Die richtigen Worte finden – Wie teile ich dem Kind mit, dass Mama und Papa keine Einheit mehr sind?
Wenn Mütter und Väter sich trennen, dann bricht für die gemeinsamen Kinder zunächst eine Welt auseinander. Wie kann es sein, dass die zwei wichtigsten Bezugspersonen plötzlich getrennte Wege gehen wollen? Kinder können sich diese Frage oft nicht beantworten und geben sich selbst die Schuld für die Trennung der Eltern. Das muss nicht sein!

Ein offenes, altersgerechtes Gespräch ist für Kinder unglaublich wichtig, damit sie die neue Situation nicht nur verstehen, sondern sie auch verarbeiten und sich an diese anpassen können! Wichtig ist, dass Mütter und Väter bei einem solchen Gespräch die eigenen, verletzten Gefühle ausblenden und sich stattdessen vollkommen und ausschließlich auf das Wohl des kleinen Schatzes fokussieren. Wir empfehlen frisch getrennten Eltern, dem Spross eine altersgerechte Erklärung für die Trennung zu erläutern und ihm klar zu machen, dass diese nichts mit ihm und der Liebe zu ihm zu tun hat. Sagt beispielsweise, dass Ihr euch zu oft gestritten habt und daher der Meinung seid, dass es für alle Beteiligten harmonischer wäre, nun in getrennten Wohnungen zu leben.

Macht Eurem Kind klar, dass es trotz der Trennung weder die Mutter noch den Vater verliert. Es wird immer mit beiden Elternteilen verbunden bleiben und auch jederzeit die Möglichkeit bekommen, Zeit mit Mutti oder Vati zu verbringen. Dies gehört nämlich zu Euren moralischen Pflichten!
Die Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen bestärkt Euer Kind und vermeidet, dass Euer Spross in Existenzängste verfällt, die in schwerwiegenden psychischen Problemen münden oder zu einer Eltern-Kind-Entfremdung führen!

 

Welche Rechte besitzen Väter im Falle einer Trennung?

Obwohl Eure Gefühle durcheinander sind und förmlich dauerhaft Achterbahn fahren, solltet Ihr Drohungen wie “Du wirst Dein Kind nicht mehr sehen!” unbedingt vermeiden! Eine Eltern-Kind-Entfremdung ist keineswegs die Beziehung, die nach einer Trennung angestrebt werden darf! Stattdessen solltet Ihr schleunigst Rechte wie das Umgangsrecht, das Unterhaltsrecht, das Sorgerecht sowie das Aufenthaltsbestimmungsrecht abklären, denn diese schaffen Sicherheit und Verbindlichkeit für alle Beteiligten. Wer seine Rechte kennt, der hat Handlungssicherheit, daher zählt die Information über diese zu den Pflichten der Väter genauso wie der Mütter!

 

Das Sorgerecht

Das Sorgerecht ist eines der wichtigsten Rechte nach einer Trennung. Es besagt, dass der sorgeberechtigte Elternteil seine Kinder versorgen, betreuen und erziehen darf. Hierzu gehört auch das Treffen wichtiger Entscheidungen, die den Spross betreffen.

Sind die Eltern verheiratet, besitzen sie mit der Geburt des gemeinsamen Kindes automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Wichtige Entscheidungen bezüglich des Kindes müssen in diesem Sinne stets zusammen abgeklärt und getroffen werden. Nach der Scheidung bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen, es sei denn das alleinige Sorgerecht wird beim Familiengericht beantragt.
Bei unverheirateten Eltern sieht die Lage anders aus, denn sofern diese nicht eine gemeinsame, beurkundete Sorgerechtserklärung abgeben, besitzt die Mutter das alleinige Sorgerecht.

 

Das Umgangsrecht

Das Umgangsrecht regelt den Anspruch auf den Umgang eines Kindes mit seinen Eltern. Ganz unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht, haben Kinder ein Umgangsrecht für beide Elternteile. Das bedeutet, dass Väter ein Umgangsrecht für ihre kleinen Schätze besitzen, selbst wenn die Mutter des Kindes das alleinige Sorgerecht hat. Zur Ausgestaltung dieses Rechts gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, diese muss von den Eltern individuell geregelt werden. Notfalls entscheidet das Gericht, wie lange, wann und wo welches Elternteil den Nachwuchs sieht.

 

Das Unterhaltsrecht

Dieses Recht soll die Existenz eines anderen Menschen, sprich des Kindes, ganz oder teilweise sichern. Unabhängig davon, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht, besitzt der Nachwuchs ein Recht auf Unterhalt. Während das mit dem Spross lebende Elternteil dieses in Form der Betreuung leistet, ist der andere Elternteil zur Zahlung eines Barunterhaltes verpflichtet.

 

Neben Deinen Rechten hast Du Pflichten!

Das klassische Umgangsmodell sieht vor, dass die Kinder bei der Mutter verweilen und Kontakt zum Vater aufnehmen können. Immer mehr Eltern entscheiden sich heute aber für ein Wechselmodell, in welchem die Kinder genauso viele Tage bei der Mutter leben wie bei dem Vater. Ganz egal, für welches Modell Du und Deine Partnerin Euch entscheidet, musst Du bedenken, dass Du als Vater nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hast!

Enorm wichtig für Kinder ist, dass Väter diesen Verlässlichkeit und Sicherheit bieten, dass Väter sich also an Vereinbarungen halten. Kinder wollen die Sicherheit haben, dass sie ihre Väter wiedersehen und, dass sie sich bei Problemen an diese wenden können. Ruft Dein Kind Dich also an, dann vermeide es, dass es mit der Mailbox redet, sondern versuche stets, ein offenes Ohr für Deinen kleinen Schatz zu haben.

 

Kann ich das Kind bei der Trennung nicht einfach mitnehmen?

Diese Frage stellen sich nach der Trennung zahlreiche Väter, schließlich haben sie genauso wie die Mütter eine enge Bindung zum Nachwuchs. So einfach geht das allerdings nicht! Wenn Dir und Deiner Partnerin das gemeinsame Sorgerecht zusteht, dann darfst Du das Kind nicht ohne die Zustimmung der Mutter mitnehmen. Stimmt diese aber zu, dann kann der kleiner Schatz selbstverständlich bei dem Vater einziehen.

Im Falle dessen, dass Du als Vater das Kind ohne Zustimmung der Mutter mitnimmst, kann diese einen Antrag auf die Übertragung des Sorgerechts oder des Aufenthaltsbestimmungsrechts stellen. In einem solchen Fall wird es für Dich als Vater ungemütlich. Es verschlechtert nicht nur die Beziehung zu Deiner Ex-Partnerin, sondern kann auch Dein Kind verunsichern und im schlimmsten Fall zu einer Eltern-Kind-Entfremdung führen.

 

Was musst Du im Falle einer Trennung zahlen? Gibt es da spezielle Rechte?

Neben den Unterhaltszahlungen stellt sich im Falle einer Trennung natürlich auch die Frage, wie es mit der Abzahlung von Schulden aussieht. Bringt der Partner vor der Eheschließung Schulden mit in die Ehe, bleibt dieser allein für diese verantwortlich und muss sie nach der Trennung selbstständig abbezahlen.

Wenn Du und Deine Partnerin während Eurer Ehe aber ein gemeinsames Darlehen aufnehmt und beide die Verträge unterschrieben habt, haftet ihr gemeinsam für die Verbindlichkeiten. In diesem Falle gehört es zu Euren Pflichten, dass ihr die Schulden zu gleichen Teilen tilgt.

Auch wenn Eure Gefühle verletzt sind, zählt es zu euren elterlichen Pflichten, dass Ihr stets das Wohl Eures kleinen Schatzes im Blick behaltet. Auch wenn Ihr kein Liebespaar seid, bleibt Ihr für immer Eltern! Zieht an einen gemeinsamen Strang, informiert Euch über Eure Rechte und Pflichten und bleibt liebende Eltern.

Du bist und bleibst der beste Vater für Deinen kleinen Schatz. Wir glauben an Dich!